Wechselbild
 
 
 
»»Das Leben ist eine Schule. Wohl dem, der die Prüfung besteht.««
Rudolf Steiner

TABV - Therapie * Aufklärung * Beratung * Vorbeugung
Von Walboro zum MusikRausch

Der Ansatz einer echten Präventionsarbeit liegt darin, den jungen Menschen stark zu machen im Ertragen von Fehlschlägen, im Aushalten unangenehmer oder enttäuschender Lebenssituationen. Es gilt auf der anderen Seite, ihm ein möglichst breites Spektrum an verschiedenen Erfahrungsbereichen zur Verfügung zu stellen, an denen er sich selbst und seine Möglichkeiten messen kann. Wenn es gelingt, dass der Jugendliche zwischen Illusion und Wirklichkeit unterscheiden kann, ist ein entscheidender Schritt Richtung Prävention getan.

Vorbeugung kann heute nicht mehr heißen, Suchtgefahren von Jugendlichen fernzuhalten. Wir alle müssen unsere Individualität so stärken, dass sie mit diesen Gefahren fertig wird! Der Möglichkeiten gibt es da unendlich viele, auch im Angebot der Waldorfschule. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Haltung der Erwachsenen im Umfeld der Heranwachsenden. Wie gestalten sie ihr Leben, wo ergreifen sie bewusst die Dinge und entwickeln Initiativkraft? Wo sind sie auch schon in suchthaftes Verhalten abgerutscht? Was machen wir in einer solchen Situation? Diese Fragen müssen sich Eltern und Lehrer gleichermaßen stellen und viel eher noch daran arbeiten, als mit kritischem Finger auf die heutige Jugend zu zeigen.

Das Leben vieler Menschen ist heute geprägt von dem Wunsch, sich selbst zu erleben. Je weniger der Einzelne in die überlieferte Gemeinschaftsform gepresst wird, desto mehr entsteht in ihm der Wunsch nach Selbstverwirklichung und dem Erkennen der eigenen Identität. Wenngleich darin eine große Freiheit liegt, die durch den Wegfall der alten Normen und Sozialformen erst möglich geworden ist, entsteht dadurch gleichzeitig eine große Herausforderung.

Wenn es gelingt, darüber mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, sich beiderseitig über die gemachten Erfahrungen auszutauschen, ist wohl ein richtiger Ansatz für eine Vorbeuge gefunden.

Deshalb ist eine der wichtigsten und auch schönsten Aufgaben die sich der Arbeitskreis Suchtprävention (TABV) stellt, über vorhandene und mögliche Fragen im weiten Feld der Präventionsarbeit vor allem mit den Schülern, aber auch mit den Eltern und Lehrern in eben dieses Gespräch einzutreten.

Die Trägheit der Masse macht diese Aufgabe nicht ganz einfach. Um Bewegung in die Sache zu bekommen, versuchen wir jedes Schuljahr Schwerpunkte in einem Bereich zu setzen, mit Hilfe von durchaus gewollt- provokanten Aktionen. Hintergrund ist, dass wir gerne angesprochen werden wollen, um in eine Diskussion einzusteigen.

Dazu gehört natürlich auch die jährliche Fahrsimulatoraktion der Polizei für die Abgangsklassen, in denen den Schülern in einem Autofahrsimulator Alkoholfahrten vorgetäuscht werden, und danach in einem Seminar mit einem Strafrichter mögliche Konsequenzen aufgezeigt werden. Oder die Suchtpräventionsepochen in den 10. Klassen.

Aber eigentlich geht es um solche Aktionen wie Walboro.

Angeregt durch das tägliche Massenaufkommen von meist minderjährigen Rauchern vor dem Cafe Knuust entstand diese Plakatserie. Unser Ziel war und ist es mit der Oberstufe in ein Gespräch einzusteigen wo, wann, wie und ob hier bei uns an der Schule geraucht werden darf. Denn eine rauchfreie Schule sind wir? Und werden wir bleiben! Gleichzeitig müssen wir gerne mit den minderjährigen Rauchern klären, was mit ihnen ist, denn rauchen in der Öffentlichkeit ist erst ab 18 Jahren möglich. Aufklärung und Hilfe bietet hier die TABV Gruppe.


Thies Naujokat

Kontakt: t.naujokat@waldorfschule-kiel.de
Tel: 0431 5309 178